Steuererklärung im ersten Job

Wer im Sommer oder Herbst ins Berufsleben startet, zahlt im ersten Jahr meist zu viel Lohnsteuer. Dazu kommen Bewerbungen, Umzug und neue Arbeitswege, die sich absetzen lassen.

Stand November 2026 · Steuerjahr 2025 und 2026 · Allgemeine Information, keine Steuerberatung

Jobstart mitten im Jahr

Für die monatliche Lohnsteuer rechnet dein Arbeitgeber den Monatslohn auf ein Jahr hoch, beim Monatsgehalt mal zwölf.1 Dass du in den Monaten davor studiert hast oder in der Ausbildung warst, spielt dabei keine Rolle. Die Lohnsteuer fällt deshalb so hoch aus, als würdest du das ganze Jahr voll verdienen.

Ein ausgedachtes Beispiel für 2026: Du fängst am 1. September mit 3.000 Euro brutto im Monat an und hattest vorher keinen Lohn. Der Arbeitgeber behält die Lohnsteuer so ein, als ob du 36.000 Euro im Jahr verdienst. Tatsächlich hast du 12.000 Euro verdient. Nach Abzug des Arbeitnehmer-Pauschbetrags von 1.230 Euro und des Sonderausgaben-Pauschbetrags von 36 Euro bleiben 10.734 Euro, und die Sozialversicherungsbeiträge senken den Betrag weiter. Das liegt unter dem Grundfreibetrag von 12.348 Euro.2 Die Lohnsteuer aus den vier Monaten kommt dann in der Regel vollständig zurück. Das klappt allerdings nur, wenn du eine Steuererklärung abgibst. Den Lohnsteuer-Jahresausgleich durch den Arbeitgeber gibt es nur für Beschäftigte, die das ganze Jahr bei ihm angestellt waren.10

Mit unserem Rechner kannst du das mit deiner Lohnsteuerbescheinigung grob durchspielen.

Was im ersten Job als Werbungskosten zählt

Werbungskosten bringen erst etwas, wenn sie zusammen über dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 Euro liegen.3 Im ersten Jahr kommt das öfter vor als gedacht:

  • Bewerbungen: Porto, Kopien von Zeugnissen, Inserate, Fahrten zu Vorstellungsgesprächen. Ob die Bewerbung Erfolg hatte, ist egal.4
  • Arbeitsweg: ab 2026 0,38 Euro je Kilometer der einfachen Strecke ab dem ersten Kilometer, 2025 noch 0,30 Euro für die ersten 20 Kilometer.5
  • Arbeitsmittel wie Laptop, Fachliteratur oder Werkzeug, bis 952 Euro brutto im Jahr der Anschaffung voll.6
  • Homeoffice: 6 Euro pro Tag, höchstens 1.260 Euro im Jahr.7
  • Gewerkschafts- und Berufsverbandsbeiträge sowie Fortbildungen, die du selbst bezahlst
  • Kontoführung: Ohne Einzelnachweis erkennt das Finanzamt 16 Euro im Jahr an.4

Ausführlich mit allen Grenzen steht das im Ratgeber Werbungskosten.

Umzug für den ersten Job

Ziehst du um, weil du erstmals eine Stelle antrittst, ist der Umzug beruflich veranlasst. So steht es in der ELSTER-Anleitung zur Steuererklärung 2025.4 Absetzbar sind die tatsächlichen Kosten, zum Beispiel für Transporter, Umzugsfirma und Fahrten, bis zu den Beträgen des Bundesumzugskostengesetzes.

Für sonstige Auslagen gibt es zusätzlich eine Pauschale, die das Bundesfinanzministerium festlegt (Schreiben vom 28.12.2023). Für Umzüge ab dem 1. März 2024 sind das 964 Euro, wer vor dem Umzug keine eigene Wohnung hatte, etwa noch bei den Eltern wohnte, bekommt 193 Euro.8 Was dir der Arbeitgeber erstattet, kannst du nicht zusätzlich absetzen.

Verlustvortrag aus dem Studium nutzen

Wurde für dich wegen eines Zweitstudiums, Masters oder einer Ausbildung ein Verlust festgestellt, verrechnet das Finanzamt ihn mit deinem ersten Gehalt. Das senkt die Steuer im ersten Berufsjahr oft deutlich. Ist ein Verlustvortrag festgestellt, musst du für das Folgejahr eine Steuererklärung abgeben.4

Hast du den Verlust noch nicht feststellen lassen, geht das oft noch nachträglich. Wie, steht im Ratgeber Verlustvortrag im Studium.

Wann du abgeben musst

Meist ist die Steuererklärung im ersten Job freiwillig. Verpflichtet bist du zum Beispiel, wenn du vor dem Jobstart mehr als 410 Euro Arbeitslosengeld I oder eine andere Lohnersatzleistung bekommen hast, wenn du zwei Jobs gleichzeitig hattest oder wenn ein Verlustvortrag festgestellt ist.9 Dann gilt die feste Frist, siehe Fristen. Freiwillig hast du für 2025 bis zum 31.12.2029 Zeit.4

Womit du die Erklärung machen kannst

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Kostenlos, direkt von der Finanzverwaltung. Erfordert eine Registrierung mit Aktivierungscode per Post. elster.de

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Quellen

  1. § 39b Abs. 2 Satz 1 und 2 EStG: gesetze-im-internet.de
  2. § 32a Abs. 1 EStG: gesetze-im-internet.de; § 10c EStG: gesetze-im-internet.de
  3. § 9a Satz 1 Nr. 1a EStG: gesetze-im-internet.de
  4. ELSTER, Anleitung zur Einkommensteuererklärung 2025 (Bewerbungskosten, Kontoführung, Umzugskosten, Abgabefristen, Pflicht bei festgestelltem Verlustvortrag): elster.de
  5. § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG: gesetze-im-internet.de
  6. § 6 Abs. 2 EStG: gesetze-im-internet.de
  7. § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6c EStG: gesetze-im-internet.de
  8. Beträge laut Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. unter Bezug auf das BMF-Schreiben vom 28.12.2023 (BStBl I 2024 S. 84): vlh.de
  9. § 46 Abs. 2 Nr. 1 und 2 EStG: gesetze-im-internet.de
  10. § 42b Abs. 1 Satz 1 EStG: gesetze-im-internet.de

Häufige Fragen

Lohnt sich die Steuererklärung im ersten Jahr nach der Ausbildung oder dem Studium?

Häufig ja. Wer im Laufe des Jahres anfängt, zahlt oft zu viel Lohnsteuer, weil der Arbeitgeber den Monatslohn auf ein ganzes Jahr hochrechnet. Dazu kommen Kosten für Bewerbungen, Umzug und Arbeitsweg.

Kann ich die Kosten für Bewerbungen absetzen?

Ja, als Werbungskosten, und zwar auch dann, wenn die Bewerbung keinen Erfolg hatte. Dazu zählen zum Beispiel Porto, Kopien, Fahrtkosten zu Vorstellungsgesprächen und Inserate, soweit sie dir niemand erstattet.

Ist der Umzug für den ersten Job absetzbar?

Ja. Die ELSTER-Anleitung nennt den erstmaligen Antritt einer Stelle ausdrücklich als beruflichen Grund für einen Umzug. Absetzbar sind die tatsächlichen Umzugskosten und eine Pauschale für sonstige Auslagen.

Muss ich nach dem Studium eine Steuererklärung abgeben?

Wenn für dich ein Verlustvortrag festgestellt wurde, ja: Dann ist für das Folgejahr eine Erklärung abzugeben. Eine Pflicht kann auch entstehen, wenn du vor dem Jobstart mehr als 410 Euro Arbeitslosengeld bekommen hast.

Hinweis: Diese Seite informiert allgemein über die Rechtslage zum angegebenen Stand. Sie ersetzt keine Steuerberatung und prüft keinen Einzelfall. Wir beantworten keine individuellen Steuerfragen. Steuerregeln ändern sich häufig; maßgeblich sind die Gesetze und die Angaben der Finanzverwaltung. Für deine persönliche Situation wende dich an eine Steuerberaterin, einen Steuerberater oder einen Lohnsteuerhilfeverein. Wir prüfen die Inhalte sorgfältig, übernehmen aber keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität. Stand: November 2026, Steuerjahr 2025 und 2026.